Samstag, 19. Dezember 2009

17.-20. März 1967
HAMBURG




Jimi Hendrix und die Experience waren am 17./18. und 19. März 1967 im Hamburger Star Club zu Gast.






Freitag, 17. März 1967


Am 17. März gab es zunächst eine Pressekonferenz in dem Lokal "Danny´s Pan".


Danny´s Pan, Hamburg, 17. März 1967 (Foto: G. Zint)


Danny´s Pan, Hamburg, 17. März 1967 (Foto: G. Zint)


Danny´s Pan, Hamburg, 17. März 1967 (Foto: G. Zint)




Danny´s Pan, Hamburg, 17. März 1967 (Foto: unbekannt)



Abends dann die ersten beiden Shows im Star Club (die Gruppe spielte, wie damals üblich, 2 Vorstellungen pro Abend).


backstage im Star-Club (Foto: G. Zint)


Star- Club (Foto: G. Zint)


ohne Worte (!!!)... (Foto: unbekannt)


Fotograf Robert Günther (damals 17) erinnert sich:

Es war Freitag der 17. März 1967 (...) An diesem Abend sollte ein schwarzer Gitarrist spielen, der auf seiner Fender Stratocaster mit links nie gehörte Klänge erzeugen konnte: Jimmy Hendrix war erst 24 und schon der neue Gott am Gitarrenhimmel. Ich war Fotografenlehrling und nur sieben Jahre jünger. Allerdings war das ein Problem für mich. Denn mit 17 durfte ich eigentlich nicht abends in einem Kiezclub rumhängen. Die gute Seele des Star-Club war für mich Hilde Peters, eine dünne Brünette mit Kodderschnauze. Sie hatte mal gute Laune, mal schlechte Laune - und davon hing meine Chance ab, 'reinzukommen. Und Fotos meiner Stars zu machen oder eben nicht. Die Hintertür des Star-Club wurde eigentlich nie kontrolliert. Die Kellner kannten mich alle und ließen mich einfach rein. Aber wenn Hilde mich entdeckte, kam es auf ihre Stimmung an, ob mein Abend mit einem Rauswurf endete oder mit einer vollen Filmrolle.

Backstage mit der Kamera

Beim Auftritt von Hendrix lief alles bestens für mich. Es war 23.15 Uhr, als Jimi auf die Bühne kam, - eine Weile nachdem seine beiden Begleitmusiker von der "Jimi Hendrix Experience" begonnen hatten, ihre Instrumente einzuspielen. Ich hing da bereits seit zwei Stunden im Club herum, bewaffnet mit meiner DDR-Kamera, einer Exakta-Varex. Genau rechtzeitig war ich gegen 23 Uhr auf die Bühne geklettert. Vorher hatte ich natürlich auch schon im Backstage-Bereich herumgelungert.


Ich machte an diesem Abend insgesamt drei Filme voll. Viele Fotos verwackelten; schließlich hatte ich in dem schummrigen Laden herzlich wenig Licht und keinen Blitz. Aber es waren, im Nachhinein betrachtet, schon gute Bilder dabei. Einer von Hendrix' Mitarbeitern gab mir eine Adresse und sagte mir, ich solle meine Bilder dahin schicken. Tat ich auch - Geld sah ich dafür nie.


Nach dem Auftritt schlenderten Jimi, sein Schlagzeuger Mitch Mitchell und ich so gegen halb ein Uhr morgens gegenüber in einen Spielsalon an der Großen Freiheit. Dort daddelten wir am Flipper. Ich erinnere mich noch, wie Jim einen Bierdeckel unter den Apparat legte, damit die Kugel nicht so schnell ins Aus rollte. So konnte man länger spielen und Geld sparen. Diese Eigenart habe ich mir dann leider auch angewöhnt.

Viele Drogen, wenig Worte


Jimi war sehr schwierig in seiner Art. Vielleicht lag es auch an der Kommunikation. Sein deutscher Wortschatz umfasste vielleicht 20 Worte, mein Englisch nicht viel mehr. Aber auch so, im Ganzen gesehen, war Jimi ein ganz merkwürdiger Typ von Mensch. Seine Lieblingsmusiker waren die Rolling Stones, was überhaupt nicht zu seiner eigenen Musik passte. Er nahm Drogen - welche, weiß ich nicht - im Hinterzimmer des Star-Clubs. Ansonsten redete er nicht viel, hörte mehr den Anderen zu, als dass er selber das Wort ergriff. Ich hab Jimi als einen sehr zurückhaltenden Menschen in Erinnerung.

Als wir vom Flippern genug hatten, wollten Jimi, Mitch und Bassist Noël Redding mit einem mir Unbekannten aus seiner Truppe sowie meiner Wenigkeit zum Panoptikum, dem Wachsfigurenkabinett am oberen Ende der Reeperbahn. Natürlich war das um diese Uhrzeit - es war inzwischen 4 Uhr morgens - geschlossen. Also nahmen Jimi und Noël eine Taxe, um ins Hotel zum Pennen zu fahren, Mitch ging mit mir in die Große Freiheit zurück und wieder in die Spielhalle, in der wir vorher mit Jimi geflippert hatten. Wir daddelten dort noch etwa zwei Stunden am Automat, dann war auch dort Feierabend.


Zuhause bekam ich mächtig Ärger, weil ich die ganze Nacht weg gewesen war.




Samstag, 18. März 1967


Am 18. März spielt die Gruppe nachmittags ein Radiokonzert für den "Twen Club" des NDR. Die Aufzeichnung dieses Auftritts findet im NDR Funkhaus an der Rothenbaumchaussee vor etwa 200 jugendlichen Fans statt. Abends dann wieder 2 Konzerte im Star Club.

Star Club (Foto: R. Günther)





Sonntag 19. März 1967


Am 19. März gibt es nachmittags ausgiebige Foto Sessions mit Günther Zint, bei dem Jimi übrigens während der 3 Tage auch übernachtet. Das Hotel hatte sich beschwert über die laute Musik von ihm.



Die Jimi Hendrix Experience in einem Hinterhof auf St. Pauli...(Foto: G. Zint)





Fotosession im Antenna Verlag 19. März 1967 (Foto: G. Zint)






Beim "Antenna"-Verlag gibt die Jimi Hendrix Experience außerdem ein BRAVO-Interview (Jimi Hendrix-Besessen von Musik).


Bravo-Interview im Antenna Verlag (Foto: G. Zint)




Bravo-Interview im Antenna Verlag (Foto: G. Zint)








Abends wieder 2 Konzerte im Star Club.


Star-Club (Foto: G. Zint)





Star-Club (Foto: D. Gottschall)



nachmittags im Star-Club (Foto: F.v. Estorf)




Montag, 20.März 1967

Am Morgen des 20. März, bevor die Band nach Luxemburg muß, geht die Band mit Manager Chas Chandler ins Musikhaus Zinngrebe und kauft dort mehrere Gitarren.

Im Musikhaus Zinngrebe (Foto: B. Heilemann)

Im Musikhaus Zinngrebe (Foto: B. Heilemann)


Bis heute sind von den Star Club Konzerten leider keinerlei
Aufnahmen oder Super8mm Filme aufgetaucht.

Kommentare:

  1. Vom STAR-CLUB Auftritt habe ich viele Fotos
    Gruss
    Günter Zint
    www.panfoto.de

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  2. Hier gibt's einen ausführlichen Bericht über den Gitarrenkauf: http://www.wandsbekermusikhaus.de/assets/files/jimi_hendrix.pdf
    Ein paar Häuser weiter (Wandsbeker Königstraße 19) kann man auch heute noch Musikinstrumente bei Zinngrebe kaufen - auch wenn das Musikhaus inzwischen einen anderen Namen hat.

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  3. So weit ich weiß, war es EINE Gitarre. Näheres dazu steht im Artikel der Italienischen Zeitschrift "UniVibes" auf unserer Website: http://www.wandsbekermusikhaus.de/assets/files/jimi_hendrix.pdf

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